Die Versicherungsbranche ist im Umbruch – und das nicht erst seit gestern. Digitalisierung, Kostendruck und neue Vertriebswege zwingen Unternehmen zu strategischen Neuausrichtungen. Restrukturierungen sind an der Tagesordnung, und mit ihnen treffen Personalmaßnahmen nicht selten auch langjährige Leistungsträger.
Besonders betroffen: Mitarbeitende 55+, die trotz Erfahrung und Loyalität ihre Position verlieren.
In meiner Beratungspraxis begegnet mir dieses Phänomen regelmäßig – nicht nur vereinzelt, sondern in einer Häufung, die deutlich macht: Für ältere Fach- und Führungskräfte ist der Arbeitsplatzverlust häufig eine Zäsur mit existenziellen Folgen. Die Reaktionen auf dem Arbeitsmarkt sind dabei ambivalent – zwischen Wertschätzung und Vorbehalten.
Ein Verlust der beruflichen Position in diesem Alter ist mehr als nur ein Karrierestopp. Er stellt Fragen nach Anerkennung, Perspektive, finanzieller Sicherheit und Lebenssinn. Viele Kandidatinnen und Kandidaten in dieser Altersgruppe bringen beeindruckende Kompetenzprofile mit – fundierte Marktkenntnisse, Führungserfahrung, Standing. Dennoch geraten sie schnell ins Abseits, wenn sie nicht hochspezialisiert sind oder nicht aktiv gegen bestehende Altersklischees ansteuern.
Besonders dort, wo Spezialwissen gefragt ist, z. B. in aktuariellen Bereichen, der Produktentwicklung, im Underwriting oder in der bAV, ist die Nachfrage nach Seniorität durchaus da – wenn auch projektbezogen oder interimistisch. Auch im Consulting oder als Mentor für jüngere Teams finden ältere Professionals zunehmend Einsatzfelder. Das setzt allerdings Offenheit auf beiden Seiten voraus.
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